3 Mio. Euro für einen Platz, der Rest verfällt
Mönchengladbach baut die Sportanlage in Mülfort für 3 Mio. Euro um, doch für kaputte Plätze und Zäune fehlen 2,5 Mio. Euro für Reparaturen
Was ist passiert?
Mönchengladbach (NW). Die Stadt unterhält zahlreiche Außensportanlagen, von großen Bezirkssportanlagen bis zu kleinen Plätzen in den Stadtteilen. Sie dienen Vereinen und dem Schulsport. Wie es um sie steht, räumte die Verwaltung im Mai 2026 in einem Sachstandsbericht für den Sportausschuss ein.
In den vergangenen Jahren sei „sehr viel“ in Komplettsanierungen investiert worden. Größere Instandhaltung blieb dagegen liegen, aus dem Jahresbudget des zuständigen Fachbereichs reichte es nur für kleinere Reparaturen. Die Folgen listet die Stadt selbst auf: Unfallgefahren, Teilsperrungen, nicht mehr nutzbare Plätze. Die Tennisplätze in Neuwerk sind „bereits nicht mehr nutzbar“, der Waldsportplatz taugt nicht mehr für den Fußball, in Mülfort sind die Kleinspielfelder gesperrt. Am Zaun der Radrennbahn gibt es Löcher, die als illegaler Zugang dienen. Allein für zwingend nötige Maßnahmen, ausdrücklich ohne „Nice-to-have“ und ohne Gebäude, schätzt die Stadt den Bedarf grob auf rund 2,5 Mio. Euro.
Gleichzeitig bekam die Stadt eine Zusage für ein größeres Vorhaben: Der Bund will die Modernisierung der Bezirkssportanlage Mülfort mit 1.359.622 Euro fördern, 45 Prozent der Gesamtsumme von 3.021.383 Euro. Der Eigenanteil beträgt 1.661.761 Euro und muss gesichert und vom Rat beschlossen werden. Dafür sollen die angesparten Mittel aus der Sportpauschale des Landes NRW herangezogen werden. Sie waren eigentlich für den Ausbau der Anlage in Rheindahlen zum Leichtathletikzentrum vorgesehen, dessen Sanierung allein auf rund 1,5 Mio. Euro geschätzt wird. Nun verschiebt sich Rheindahlen.
Der Eigenanteil entspricht rund zwei Dritteln des gesamten Sanierungsbedarfs (1,66 Mio. Euro geteilt durch 2,5 Mio. Euro, etwa 0,66). Für Plätze, auf denen heute schon Verletzungsgefahr besteht, bleibt das Geld damit zunächst ungenutzt.
Kritik
Es ist richtig, Fördergeld des Bundes mitzunehmen. Doch wer jahrelang nur große Neubauten finanziert und Wege, Zäune und Plätze verfallen lässt, zahlt am Ende doppelt: für den Ausbau und für die Folgen der Vernachlässigung. Zäune, Handläufe und Wege kosten oft nur wenige tausend Euro und hätten laufend instand gehalten werden müssen, bevor Plätze gesperrt werden. Die Stadt sollte den Unterhalt dauerhaft angemessen ausstatten und sich bei Großprojekten nur so viel vornehmen, wie sie auch erhalten kann.
0592/XI: Sachstandsbericht laufende Baumaßnahmen im Sport, Ratsinformationssystem der Stadt Mönchengladbach, 1. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.