Staatsbilanz

Stadt/Mönchengladbach/Fehlplanung

450.000 Euro für Hundecontainer am Tierheim

Mönchengladbach baut am Tierheim Hülserkamp Quarantäne für 450.000 Euro, obwohl die Stadt den Standort selbst als dauerhaft ungeeignet ansieht

Was ist passiert?

Das städtische Tierheim am Hülserkamp 74 besteht in weiten Teilen aus Bausubstanz der 1950er-Jahre. Scharfkantige Fliesen und Stolperfallen gefährden Mensch und Tier, und nach einer Begehung des Deutschen Tierschutzbundes erfüllt die Anlage geltende Tier- und Arbeitsschutzvorschriften nicht. Eine Quarantänestation fehlt gänzlich, neu aufgenommene Hunde lassen sich also nicht getrennt unterbringen.

Die Stadt will das ändern. Auf einer Freifläche hinter dem Gelände sollen fünf beheizte Quarantänezwinger in Containerbauweise mit Außengehege entstehen, dazu Container für Waschküche, Lager und Futter. Die Gesamtkosten liegen bei rund 450.000 Euro. Das Land soll 100.000 Euro beisteuern, der Antrag war zum Zeitpunkt der Vorlage noch nicht gestellt. Die übrigen 350.000 Euro trägt die Stadt, davon 250.000 Euro aus dem Posten „Sanierung Tierheim Hülserkamp“. Dieses Geld war eigentlich für die Sanierung der bestehenden Hundezwinger vorgesehen und wurde umgewidmet, weil die Fachverwaltung die Quarantäne als Priorität eins einstufte. Je Quarantänezwinger ergibt das rechnerisch 90.000 Euro (450.000 Euro geteilt durch fünf), wobei darin auch die Funktionsräume und rund 100.000 Euro für eine ohnehin nötige Kanalsanierung stecken. Die Förderung deckt gut ein Fünftel der Summe (100.000 von 450.000 Euro).

Gebaut werden soll im Landschaftsschutzgebiet. Die dafür nötige naturschutzrechtliche Befreiung lag bei Abfassung der Vorlage noch nicht vor, der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde sollte sich am 12.12.2025 damit befassen. Baubeginn war für März oder April 2026 vorgesehen, die Bauzeit beträgt etwa vier Monate.

Die eigentliche Pointe steht auf der letzten Seite der Anlage. Dort räumt die Verwaltung ein, dass der Raumbedarf und die gesetzlichen Anforderungen des Tierschutzes durch eine Sanierung am Standort nicht zu erfüllen sind und die Mängel nur durch einen Standortwechsel vollständig verschwinden. Die Container ließen sich dann in einen neuen Entwurf integrieren. Das ist die Beruhigung der Verwaltung: Das Geld sei nicht verloren, weil die Kisten mitziehen können.

Kritik

Die Stadt investiert 450.000 Euro am Ort, den sie selbst als dauerhaft ungeeignet beschreibt. Dafür verwendet sie Mittel, die für die Sanierung der Zwinger vorgesehen waren, und baut in einem Landschaftsschutzgebiet. Dass die Container später umziehen können, ersetzt keine Entscheidung über den Standort. Zuerst hätte geklärt werden müssen, wo das Tierheim künftig stehen soll, und erst dann sollte gebaut werden.

0131/XI: Tierheim Mönchengladbach, Hülserkamp 74 Hier: Neuerrichtung einer Quarantänestation für Hunde und zwei Funktionsräume in Containerbauweise, Ratsinformationssystem der Stadt Mönchengladbach, 27. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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