Staatsbilanz

Stadt/München/Fehlplanung

München lässt 17.000 m² Läden leer stehen

In München stehen 14 städtische Gewerbeflächen leer, zusammen 17.000 Quadratmeter, ein Denkmal seit 2005 und ein halb umgebauter Laden ohne Geld

Was ist passiert?

München (BY). Die Landeshauptstadt besitzt zahlreiche Gewerbeflächen, vom Ladenlokal in der Altstadt bis zum ehemaligen Brauereigebäude. Das Kommunalreferat soll sie vermieten oder wenigstens zwischennutzen lassen. Sein Bericht zum Stichtag 30. Juni 2026 führt 14 Flächen auf, die seit mindestens sechs Monaten leer stehen. Addiert man die Einzelangaben, sind das rund 17.000 Quadratmeter.

Besonders schwer zu erklären ist die Hackenstraße 12. Im Erdgeschoss der Altstadt wurden 552 Quadratmeter bereits umgebaut, Zwischenwände gibt es dort nicht mehr. Doch die Arbeiten ruhen, denn die Kosten wurden im Eckdatenbeschluss 2027 nicht berücksichtigt. Die Fläche ist damit weder vermietbar noch fertig saniert.

Auch andere Fälle zeigen, wie lange städtische Gebäude ungenutzt bleiben. Der Manzinger Weg 3 steht nach den Angaben der Stadt seit 2005 leer, das Objekt ist denkmalgeschützt. Im November 2023 kaufte die Stadt dort das Teileigentum eines Dritten, um alleinige Eigentümerin zu werden. Nutzbar ist es trotzdem nicht, erst jetzt wird untersucht, welche Mindestmaßnahmen zum Erhalt nötig wären. In der Einsteinstraße 42 (1.916 Quadratmeter) sind Lüftung, Blitzschutz, Elektrik, Sanitär und Kühlanlagen unbrauchbar. Die Machbarkeitsstudie wurde im April 2025 bestellt, ihre Ergebnisse lagen dem Referat über ein Jahr später noch nicht vor. In der Seeriederstraße 18 a (2.004 Quadratmeter) liegen zwischen dem Beginn des Leerstands 2017 und der geplanten Fertigstellung Ende 2028 elf Jahre.

Die Stadt erklärt, wo Flächen nicht durchgehend genutzt würden, liege das an unvermeidbaren baulichen Maßnahmen oder am Bauzustand. Das stimmt für den einzelnen Fall, erklärt aber nicht, warum der Zustand so weit kommen konnte. Beim Sebastiansplatz verweist das Referat selbst auf enge personelle Ressourcen und begrenzte Bauunterhaltsmittel. Der Bericht für 2025 fiel aus Personalmangel ganz aus.

Kritik

Wer eine Sanierung beginnt und Zwischenwände entfernt, muss vorher wissen, dass das Geld für den Abschluss da ist. In der Hackenstraße 12 hätte der Baubeginn erst nach gesicherter Finanzierung erfolgen dürfen. Ein Teileigentum an einem seit 2005 unbenutzbaren Denkmal zu kaufen, ohne zu wissen, was die Sicherung kostet und wozu es dienen soll, ist riskant. Statt Machbarkeitsstudien über Jahre liegen zu lassen, sollten Stadt und Münchner Wohnen für jede Fläche klare Fristen für Entscheidung, Finanzierung und Zwischennutzung setzen.

Sitzungsvorlage 26-32 / V 01361: Gewerberaumbewirtschaftung der Landeshauptstadt München (LHM); Bericht zu freien gewerblichen F..., Ratsinformationssystem der Stadt München, 24. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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