Betonplatte im Boden kostet 494.588 Euro
Im Baugebiet Buckenberg in Pforzheim fanden Käufer alten Beton im Boden, 11 zahlen 494.588 Euro, zurück sollen nur höchstens 60.000 Euro
Was ist passiert?
Auf dem Buckenberg entsteht auf einer Konversionsfläche das Baugebiet „tiergarten“. Die Konversionsgesellschaft Buckenberg mbH erschließt das Gebiet und verkauft die Grundstücke, der Gemeinderat der Stadt wird regelmäßig über den Stand informiert. Bis Ende 2025 waren 18 von 21 Einzelgrundstücken verkauft, rund 5,93 Mio. Euro waren dafür bereits eingegangen.
Doch dann kamen die Bagger der Käufer. Im März 2025 meldeten sich bei den ersten Erdarbeiten überraschend Altlasten. Im Boden lagen eine massive Betonbodenplatte und Reste alter baulicher Anlagen. Der Grund: Die betroffene Fläche war bei der vorausgegangenen Erschließung gar nicht bearbeitet worden. Nachträglich ließ die Gesellschaft Schürfungen anhand alter Planunterlagen und Luftbilder vornehmen. Dass es solche Unterlagen gab, zeigt, wie früh man hätte nachsehen können.
Die Zusatzkosten belaufen sich auf rund 494.588 Euro. Betroffen sind 11 Grundstücke, das macht rechnerisch etwa 45.000 Euro je Grundstück (494.588 Euro geteilt durch 11). Die Rechnungen für Erd- und Entsorgungsarbeiten wurden den Käufern gestellt. Mit sieben Käufern schloss die Gesellschaft Zusatzvereinbarungen, die eine Rückerstattung von insgesamt höchstens 60.000 Euro vorsehen. Das sind gerade einmal gut 12 Prozent der Summe (60.000 geteilt durch 494.588). Weitere Käufer haben inzwischen ebenfalls angefragt. Für die sechs Grundstücke des Geschosswohnungsbaus wurde zudem ein geologisches Gutachten in Auftrag gegeben, weil der Bodenrichtwert noch festzulegen ist.
Dabei steht die Gesellschaft ohnehin unter Zeitdruck. Ein Darlehen über 4,5 Mio. Euro läuft bis zum 30.6.2026. Es soll mit dem Verkauf der drei letzten Einfamilienhausgrundstücke und von mindestens zwei Grundstücken für den Geschosswohnungsbau getilgt werden. Für eines der drei Einfamilienhausgrundstücke wurde der Preis im November 2025 auf 520.000 Euro gesenkt.
Kritik
Wer Grundstücke verkauft und erschließt, muss wissen, was darunter liegt. Alte Planunterlagen und Luftbilder, die erst nach dem Fund ausgewertet wurden, hätten vor der Erschließung und vor dem Verkauf geprüft werden müssen. So bleiben fast eine halbe Million Euro Mehrkosten, von denen nur ein kleiner Teil ausgeglichen werden soll. Wer am Ende den Rest trägt, ist für die Bürger ein Risiko, das mit einer gründlichen Bodenuntersuchung vermeidbar gewesen wäre.
2000455: Aktueller Sachstand der Konversionsmaßnahme Buckenberg "tiergarten", Ratsinformationssystem der Stadt Pforzheim, 24. März 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.