Staatsbilanz

Stadt/Regensburg/Folgekosten

Erst Zuschuss zahlen, dann Miete

Regensburg gibt 8,1 Mio. Euro für ein privates Kinderhaus und soll dort danach den eigenen Hort für Grundschüler mieten

Was ist passiert?

Im Kasernenviertel im Südosten von Regensburg fehlen Betreuungsplätze. Mehrere neue Kitas sollten dort eigentlich zusätzliche Plätze schaffen. Nun nehmen sie aber nur bestehende Einrichtungen auf, die umziehen müssen. Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt zudem der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. An der Grundschule Am Napoleonstein lag die Betreuungsquote im Februar 2026 bei knapp 39 Prozent, angestrebt sind 90 Prozent.

Abhilfe soll ein vierstöckiges Kinderhaus in der Bajuwarenstraße 2g schaffen. Geplant sind zwei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen und fünf Hortgruppen mit zusammen 224 Plätzen. Bauen will es nicht die Stadt, sondern eine private Projektentwicklungsgesellschaft, der das Grundstück gehört.

Die Stadt soll ab 2027 einen Baukostenzuschuss von rund 8,1 Mio. Euro beisteuern. Rechnerisch sind das gut 36.000 Euro je Betreuungsplatz (8,098 Mio. Euro geteilt durch 224 Plätze). Das Haus bleibt trotzdem Eigentum des Entwicklers.

Krippe und Kindergarten soll ein freier Träger übernehmen. Für den Hort fand sich keiner, drei Absagen liegen der Vorlage bei. Deshalb will die Stadt den Hort selbst betreiben und die beiden oberen Stockwerke dafür beim Entwickler mieten. Die Höhe der Miete ist offen, die Konditionen sollen erst noch verhandelt werden. Ein Vertrag komme nur bei „wirtschaftlichen Vertragskonditionen“ zustande, versichert die Verwaltung. Den Zuschuss sollen die Gremien allerdings schon vorher befürworten.

Gegenfinanziert wird der Zuschuss, indem andere Projekte Dritter verschoben oder gar nicht verwirklicht werden. Fördermittel des Freistaats will die Stadt erst noch beantragen.

Nebenbei entstehen 22 Autostellplätze, obwohl der Bauherr nur zehn nachweisen musste. Fertig sein soll das Haus im ersten Quartal 2029, also gut zwei Jahre nachdem der Rechtsanspruch greift.

Kritik

Wer einen Neubau mit 8,1 Mio. Euro bezuschusst, sollte am Ende nicht als Mieter im fremden Haus sitzen. Regensburg trägt einen erheblichen Teil der Baukosten und verpflichtet sich zugleich zu Mietzahlungen für den eigenen Hort, ohne dass ihr das Gebäude gehört. Zuschuss und Miete hätten gemeinsam verhandelt und bewertet werden müssen, bevor die Stadt sich festlegt. Sonst verhandelt sie über die Miete aus der schwächeren Position.

VO/26/23151/52: Neubau eines Kinderhauses in der Bajuwarenstraße 2g mit zwei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen sowie einem fünfgruppigen Kinderhort, Ratsinformationssystem der Stadt Regensburg, 22. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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