Staatsbilanz

Stadt/Regensburg/Folgekosten

Kita-Reparatur zu lange aufgeschoben

Regensburg verschob die Reparatur eines Kindergartens jahrelang, nun kostet sie bis zu 400.000 Euro und für Ersatzräume fehlt jedes Geld

Was ist passiert?

Im Kasernenviertel im Südosten Regensburgs betreibt die Stadt das Kinderhaus Pestalozzi mit 102 Plätzen für Krippen- und Kindergartenkinder. Wenige Straßen weiter steht der Kindergarten Napoleonstein mit 90 Plätzen in einem Bau aus den 60er Jahren. Dass beide Häuser saniert werden müssen, war seit Jahren bekannt. Im Investitionsprogramm rutschten die Maßnahmen aber immer wieder nach hinten, weil andere Bauvorhaben Vorrang bekamen und Personal und Geld knapp waren. So räumte es die Verwaltung im Mai 2025 gegenüber dem Jugendhilfeausschuss selbst ein.

Im Winter zeigte sich, was das bedeutet. Im Kinderhaus Pestalozzi fiel mehrfach die Heizung aus, ein Teil der Kinder musste in eine andere Einrichtung ausweichen. Im Sommer wird es im Haus so heiß, dass die Verwaltung das ganze Jahr über mit Auslagerungen oder Teilschließungen rechnet. Die nötigen Einzelmaßnahmen werden inzwischen auf 370.000 bis 400.000 Euro geschätzt, das sind rund 3.600 bis 3.900 Euro je Platz (370.000 bzw. 400.000 Euro geteilt durch 102 Plätze). Weil sich Flickwerk in dieser Größenordnung nicht mehr lohnt, soll eine Generalsanierung geprüft werden. Am Napoleonstein entsprechen die Fluchtwege nicht mehr den Anforderungen, gegen den Schädlingsbefall helfen nur noch Umbauten.

Für die Bauzeit fehlen Ausweichplätze, nach Rechnung der Verwaltung für 24 Krippen- und 158 bis 283 Kindergartenkinder, die Kita Landshuter Straße in einem fremden Gebäude eingerechnet. Naheliegend wäre das neue Kinderhaus Marienstraße, das 2026 fertig werden soll. Nur wurden die meisten neuen Plätze gebaut, um zusätzlichen Bedarf zu decken. Dienen sie als Notquartier, sind dort keine Neuaufnahmen möglich. Zugleich fehlen der Stadt beim Hort nach eigener Modellrechnung schon 2025 zwischen 610 und 1.435 Plätze.

Die Vorlage sah deshalb vor, dass die Verwaltung nach geeigneten Immobilien sucht. Geld dafür steht weder im Investitionsprogramm noch im Haushalt für Mieten bereit. Es müsste an anderer Stelle eingespart werden.

Kritik

Wer den Bauunterhalt Jahr für Jahr verschiebt, spart nicht, er schiebt die Rechnung nur vor sich her. In Regensburg kommen zu den Reparaturkosten nun Ausweichquartiere hinzu, für die kein Euro eingeplant ist, und neu gebaute Kitaplätze drohen als Notunterkunft zu enden. Die Stadt hätte die seit Jahren bekannten Mängel rechtzeitig beheben müssen, statt zu warten, bis die Heizung ausfällt. Für die übrigen in die Jahre gekommenen Häuser braucht es einen verbindlichen Sanierungsplan mit gesichertem Geld im Haushalt.

VO/25/22023/52: Raumbedarf für Kindertagesbetreuung im südöstlichen Regensburg, Ratsinformationssystem der Stadt Regensburg, 15. Mai 2025. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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