Neun Zehntel zahlt die Stadt
Von 297,50 Euro Hallenmiete pro Stunde sollen Regensburger Leichtathletik- und Baseballvereine nur noch 29,75 Euro selbst tragen.
Was ist passiert?
In Regensburg ist vor kurzem eine neue Leichtathletiktrainingshalle in Betrieb gegangen. Sie soll Leichtathleten und Baseballspielern der Stadt deutlich bessere Trainingsbedingungen bieten und als Landesleistungszentrum anerkannt werden. Betrieben wird sie vom Stadtwerk.Regensburg, das für eine Stunde Nutzung der gesamten Halle 297,50 Euro brutto berechnet. Ein ganzer Veranstaltungstag kostet 2.380 Euro.
Im November 2024 legte der Sportausschuss fest, dass die Vereine 30 Prozent dieser Miete selbst zahlen und die Stadt 70 Prozent über die Sportförderung übernimmt. Grundlage dafür waren Prognosen. Der Betrieb verlief anders: Die Halle öffnete später als geplant, die Belegung blieb unter der Vorhersage, und nach Darstellung der Vereine ist ihr Anteil mit den derzeitigen Vereinsstrukturen auf Dauer nicht finanzierbar.
Die Antwort der Verwaltung: mehr Förderung. Laut Vorlage vom Oktober 2025 soll die Stadt für Regensburger Leichtathletik- und Baseballvereine künftig 90 Prozent übernehmen. Pro Hallenstunde sinkt der Vereinsanteil damit von 89,25 auf 29,75 Euro (30 bzw. 10 Prozent von 297,50 Euro). Die Stadt trägt im Gegenzug 267,75 statt 208,25 Euro, also 59,50 Euro mehr je Stunde. Als Begründung dient die Angleichung an die Eissportvereine in der Donau-Arena.
Im Haushalt stehen dafür 250.000 Euro für 2025 und 500.000 Euro für 2026. Dass diese Summen trotz des höheren Fördersatzes reichen, liegt nach den Worten der Vorlage gerade an der späten Eröffnung und der schwachen Belegung. Allein die 500.000 Euro für 2026 genügen beim neuen Satz für rund 1.870 geförderte Stunden Gesamtnutzung (500.000 Euro geteilt durch 267,75 Euro). Wie viel Geld tatsächlich gebraucht wird, will die Verwaltung erst nach einem vollen Betriebsjahr ermitteln, also etwa Ende 2026. Der Fördersatz soll bis dahin schon feststehen. Günstiger wird es dabei kaum: Die Gebühren der Halle werden jährlich an die steigenden Betriebskosten angepasst.
Kritik
Eine Halle zu betreiben, deren Stundenpreis die vorgesehenen Nutzer nicht stemmen können, spricht für eine Planung, die am tatsächlichen Bedarf vorbeiging. Statt den Fördersatz nach wenigen Monaten Betrieb auf 90 Prozent anzuheben, hätte die Stadt die angekündigte Auswertung abwarten und die Preiskalkulation des Betreibers auf den Prüfstand stellen müssen. Verfehlte Prognosen gehören korrigiert und nicht mit Steuergeld überdeckt. Weil die Gebühren jedes Jahr mit den Betriebskosten steigen, wächst der städtische Anteil zudem von Jahr zu Jahr mit.
VO/25/22367/53: Anpassung der Sportfördersätze für die Nutzung der Leichtathletiktrainingshalle, Ratsinformationssystem der Stadt Regensburg, 14. Oktober 2025. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.