Regensburg reißt kaputte Bolzplätze wieder auf
Regensburg zahlt 222.000 Euro, um auf drei Bolzplätzen einen staubenden, unbespielbaren Belag zu ersetzen; Spielplätze müssen warten
Was ist passiert?
Die Stadt Regensburg unterhält über 200 Spiel- und Bolzplätze und trägt seit Dezember 2022 unbefristet das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Im Kinderspielplatzprogramm legt die Verwaltung fest, welche Anlagen saniert oder neu gebaut werden. Die Fassung vom April 2026 liest sich in Teilen wie ein Eingeständnis.
Am Jugendzentrum Arena ist der Bolzplatz gesperrt. Sein Belag besteht aus Ricoten, einem Gemisch aus Baumrinde und Ziegelmehl. Dieses Material habe sich „nicht bewährt“, schreibt die Verwaltung. Der Platz sei so stark beschädigt, dass dort nicht mehr gespielt werden könne. In trockenen Jahren komme massive Staubbildung hinzu, über die sich die Nachbarschaft beschwere. Für 50.000 Euro sollte der Platz im Frühjahr 2026 saniert werden.
Erledigt ist das Thema damit nicht. Auch die Spielfelder an den Jugendzentren Kontrast am Hohen Kreuz und Utopia in Burgweinting sind mit Ricoten belegt. Dort soll der Belag 2027 entsorgt und durch eine Sandstreudecke ersetzt werden: 100.000 Euro am Kontrast, 72.000 Euro am Utopia. Zusammen mit der Arena kostet der Abschied von dem Material 222.000 Euro, im Schnitt 74.000 Euro je Platz (222.000 Euro geteilt durch drei).
Das Geld fehlt an anderer Stelle. Die Spielplatzsanierungen, die eigentlich für 2026 eingeplant waren, können laut Vorlage in diesem Jahr nicht beginnen. Die Verkehrssicherungspflicht zwinge dazu, dringlichere Arbeiten vorzuziehen. Insgesamt 335.000 Euro werden außer- und überplanmäßig umgeschichtet, gedeckt durch Minderausgaben bei den Spielplätzen Königswiesen, Vorlandweg, Ostpark und Albert-Schweitzer-Park. Allein beim Vorlandweg werden 150.000 Euro abgezogen, ein Drittel davon für den gesperrten Bolzplatz an der Arena.
Kritik
Ein Belag, auf dem nach Auskunft der Stadt nicht mehr gespielt werden kann und der die Nachbarn mit Staub belastet, war die falsche Wahl. Wer ein Material auf mehreren Plätzen einbaut, muss vorher wissen, ob es Dauerbelastung und trockene Sommer übersteht. Nun zahlen die Kinder an anderen Spielplätzen mit, deren Sanierung warten muss. Für die neuen Beläge gehört deshalb eine belastbare Prüfung vor die Ausschreibung, nicht danach.
VO/25/22783/55: Kinderspielplatzprogramm 2026, Ratsinformationssystem der Stadt Regensburg, 23. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.