Staatsbilanz

Stadt/Regensburg/Kostensteigerung

Regensburger Museum wird fast doppelt so teuer

Die Sanierung eines Kunstmuseums in Regensburg soll 8,45 statt 4,5 Millionen Euro kosten, eine Begründung fehlt

Was ist passiert?

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg sammelt Kunst mit Bezug zu den früheren deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa. Getragen wird das Museum von einer Stiftung aus Bund, Freistaat Bayern und Stadt Regensburg. Eigenes Geld für Bauarbeiten hat die Stiftung nicht, größere Vorhaben müssen die drei Träger gemeinsam bezahlen.

Ein solches Vorhaben wurde 2017 angestoßen. Der Grafiktrakt sollte modernisiert werden, denn wegen der Klima- und Lichtverhältnisse lassen sich dort keine Ausstellungen zeigen. Hinzu kam das Verwaltungsgebäude, dessen Bausubstanz so beschädigt ist, dass es notgesichert werden muss. Am Ende soll das Haus nicht nur gerettet, sondern auch barrierefreier und bedeutender sein. So zumindest verspricht es die Vorlage.

Im Januar 2021 einigten sich die Partner auf Gesamtkosten von 4,5 Mio. Euro. Die Stadt sagte 900.000 Euro zu. Lange hielt der Betrag nicht: Im April 2022 lag er bei 6,1 Mio. Euro, im Januar 2025 bei 8,45 Mio. Euro. Das sind 3,95 Mio. Euro oder rund 88 Prozent mehr als ursprünglich vereinbart. Rechnerisch wurde das Projekt in vier Jahren um knapp eine Million Euro pro Jahr teurer.

Der Bund hatte seine Nachbewilligung zu diesem Zeitpunkt bereits zugesichert. Nun war die Stadt an der Reihe: Ihr freiwilliger Zuschuss soll von 900.000 Euro auf bis zu 1,69 Mio. Euro steigen, also um 790.000 Euro. Kultur- und Finanzausschuss sollten dem Stadtrat im März 2025 die Zustimmung empfehlen. Warum sich die Kosten fast verdoppelt haben, erfährt man aus der Beschlussvorlage nicht. Sie reiht die Beträge Stand für Stand aneinander, als handle es sich um eine Wetterchronik.

Acht Jahre nach dem Startschuss heißt es in dem Papier weiterhin, im Grafiktrakt könnten derzeit keine Ausstellungen präsentiert werden.

Kritik

Eine Kostenschätzung, die sich binnen vier Jahren fast verdoppelt, war keine taugliche Grundlage für eine Finanzierungszusage. Statt die Mehrkosten Stufe um Stufe abzunicken, hätten die Träger einen festen Kostendeckel vereinbaren und das Vorhaben bei dessen Überschreitung auf den Prüfstand stellen müssen. Gerade bei einem freiwilligen Zuschuss darf die Stadt nicht einfach nachzahlen, nur weil der Bund vorangegangen ist. Wer 790.000 Euro zusätzlich bewilligt, muss wissen, wofür.

VO/25/21843/41: Erhöhung des freiwilligen Baukostenzuschusses zur Erhaltung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, Ratsinformationssystem der Stadt Regensburg, 19. März 2025. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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