5 Millionen für drei Sportanlagen
Saarbrücken plant 5,14 Mio. Euro für Stadion Kieselhumes, eine Sporthalle und ein Sportfeld, versteckt in der Liste für Reparaturen an Gebäuden
Was ist passiert?
Die Landeshauptstadt Saarbrücken lässt ihre Gebäude von einem eigenen Gebäudemanagement (GMS) betreuen. Jedes Jahr legt es den Bezirksräten ein Instandhaltungsprogramm vor. Es enthält, was man erwartet: Fenster, Dächer, Toiletten, Bodenbeläge, Brandschutz. Für den Bezirk Mitte reicht die Liste vom Rathaus St. Johann über Feuerwachen und Grundschulen bis zum Jugendzentrum.
Ein Posten sticht heraus. Beim Stadion Kieselhumes steht dort eine „Anpassung an Standards Special Olympics“. Dafür sind 1,24 Mio. Euro für 2026 und weitere 2,0 Mio. Euro für 2027 vorgesehen, zusammen 3,24 Mio. Euro (1,24 Mio. + 2,0 Mio.). Damit ist es der größte Einzelposten des gesamten Programms. Die zweitteuerste Maßnahme, die Fassadensanierung an der Gerberstraße, kommt auf 1,55 Mio. Euro (250.000 Euro + 1,3 Mio. Euro). Das Stadion kostet also gut doppelt so viel (3,24 Mio. geteilt durch 1,55 Mio. ergibt rund 2,1).
Dabei bleibt es nicht. Auch an der Sporthalle Bruchwiese (575.000 Euro und 870.000 Euro, zusammen 1,445 Mio. Euro) und am Sportfeld Ludwigspark (188.000 Euro und 270.000 Euro, zusammen 458.000 Euro) soll nach denselben Standards angepasst werden. Alle drei Anlagen zusammen summieren sich auf rund 5,14 Mio. Euro (3,24 Mio. + 1,445 Mio. + 0,458 Mio.). Was an den Anlagen konkret umgebaut werden soll, geht aus der Liste nicht hervor.
Mitreden darf der Bezirksrat Mitte bei alldem nur begrenzt. Er wird laut Beschlussvorschlag im Anhörungsverfahren nach § 73 Absatz 2 des Kommunalselbstverwaltungsgesetzes lediglich angehört. Eine Millionenausgabe, die zwischen Toilettensanierungen und Teppichböden steht, wird so zum Teil eines Routineprogramms.
Kritik
Gut 3 Mio. Euro für eine einzelne Sportanlage sind im Rahmen einer Instandhaltungsliste ein Fremdkörper, der die üblichen Posten um ein Vielfaches übersteigt. Solche Umbauten gehören als eigenes Vorhaben mit klarem Anlass, Nutzen und Kostenrahmen auf den Tisch und nicht in ein Routineprogramm. Vor dem Bau müsste feststehen, ob die Anlage die Standards in diesem Umfang überhaupt braucht und ob eine abgespeckte Lösung genügt. Solange es um Schulen, Dächer und Toiletten geht, die dringend Geld brauchen, ist ein Betrag von rund 5 Mio. Euro für drei Sportstätten besonders begründungsbedürftig.
GMS/1830/25: Programm für die Instandhaltungsmaßnahmen 2026 des GMS für den Bezirk Mitte, Ratsinformationssystem der Stadt Saarbrücken, 22. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.