Geplant 1.000 Klassenräume, gebaut 399
Das BMZ zahlte 64 Mio. Euro in Mosambiks Bildungstopf, doch statt 1.000 neuer Klassenräume pro Jahr wurden im Schnitt nur 399 fertig.
Was ist passiert?
Mosambik im Südosten Afrikas hat zu wenige Schulen, zu wenige Lehrkräfte und Millionen Kinder außerhalb des Bildungssystems. Seit 2002 legen internationale Geber ihr Geld in einem gemeinsamen Topf zusammen, dem Bildungssektorfonds FASE, aus dem die Regierung ihre Bildungsstrategie bezahlt. Das BMZ zahlte für die Jahre 2015 bis 2018 64 Mio. Euro ein, dazu 2 Mio. Euro für einen Berater beim Schulbau. Die deutsche Seite bezog ihren Beitrag ausdrücklich auf den Bau von Klassenräumen.
Gebaut wurde allerdings wenig. Geplant waren 1.000 Klassenräume pro Jahr, fertig wurden im Schnitt 399. Von 2018 bis 2022 sah es kaum besser aus: 800 geplant, 216 gebaut. Bei Kontrollbesuchen fand man Bauruinen, weil Baufirmen nicht bezahlt worden waren und die Arbeit einstellten. Wartungskonzepte fehlten, selbst Kleinstreparaturen unterblieben. Auch der bezahlte Berater erreichte seine Ziele laut Bericht nicht.
Am Geld lag es nicht. Von den Mitteln im Topf wurden 2015 bis 2018 nur 76 % ausgegeben, 2018 schloss der Fonds mit einem Überschuss von über 50 Mio. USD.
Rechnet man Plan gegen Ist, fehlten jedes Jahr 601 Klassenräume (1.000 minus 399). In der Folgezeit schaffte das Programm nur gut ein Viertel des Plans (216 geteilt durch 800 = 27 %). Zugleich fehlten 2019 je nach Schätzung 39.000 bis 45.000 Klassenräume.
Die KfW vergab selbst die Note 4, „eher nicht erfolgreich“. Sie verweist auf schwache Behörden, Bevölkerungswachstum, die Abwertung der Landeswährung, die Pandemie und Geber, die ihr Geld an eigene Bedingungen knüpften. Ohne den Fonds wäre die Lage noch prekärer. Doch dieselben Mängel standen schon in früheren Evaluierungen. Der Bericht hält fest, dass sich die Umsetzung über die Jahrzehnte nicht wesentlich verbessert hat. Bis zur letzten Einzahlung 2022 flossen insgesamt 272 Mio. Euro deutsches Geld in den Topf.
Kritik
Wer weiß, dass die Behörden vor Ort Klassenräume weder zügig bauen noch instand halten können, darf nicht weiter Millionen in einen gemeinsamen Topf zahlen. Die Schwächen waren aus früheren Evaluierungen bekannt, trotzdem flossen 64 Mio. Euro ohne Zweckbindung, ohne wirksame Kontrolle und ohne Wartungskonzept. Das BMZ hätte die Zahlungen an fertiggestellte und gewartete Klassenräume knüpfen müssen, wie es 2014 mit einer variablen Tranche sogar vereinbart war, statt davon wieder abzusehen. Geld, das als Überschuss liegen bleibt oder in Bauruinen endet, hilft keinem Kind in Mosambik.
Ex-post-Evaluierung der KfW Entwicklungsbank, 2025. Zahlen gegen den Bericht geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßnahmen im Transparenzportal: DE-1-201668029, DE-1-201667294, DE-1-201569011, DE-1-201569003, DE-1-201467299.