Staatsbilanz

Stadt/Düsseldorf/Fehlender Bedarf

270.500 Euro für Platz vor Hochhaus

Düsseldorf zahlt am privaten Uniq Tower im Medienhafen 270.500 von 411.000 Euro für Platz und Straße, der Bauherr nur 140.500 Euro

Was ist passiert?

Im Medienhafen der Landeshauptstadt entsteht an der Kaistraße 1 der Uniq Tower, ein privates, 18-geschossiges Büro- und Geschäftshaus mit Gastronomie und Einzelhandel. Gleich daneben steht der historische Kaispeicher. Laut Baugenehmigung muss der Bauherr die angrenzenden Seitenräume von Kaistraße, Franziusstraße und Zollhof wiederherstellen.

Dabei soll es aber nicht bleiben. Die Stadt will mit dem Bauherrn vereinbaren, auch die Querspange zwischen Zollhof und Kaistraße samt Vorplatz des Kaispeichers neu zu gestalten. Hochhausvorplatz und Speicherplatz sollen optisch zu einer großen Platzfläche verschmelzen, so wie es Animationen im städtebaulichen Wettbewerb schon gezeigt hätten. Dafür soll die Fahrbahn fast niveaugleich mit dem Platz verlegt und von 6,50 auf 5,50 Meter verschmälert werden, vier Parkplätze entfallen. Sieben Bestandsbäume bekommen mehr Wurzelraum, zwei Bänke und neue Leuchten kommen hinzu.

Die Gesamtkosten liegen bei 411.000 Euro. Die Gehwegerweiterung am Hochhaus (77.000 Euro) zahlt der Bauherr allein. Die Fahrbahn (127.000 Euro) teilen sich beide je zur Hälfte, also 63.500 Euro. Der Vorplatz des Kaispeichers (114.000 Euro) und der zugehörige Vegetationsbereich (93.000 Euro) gehen dagegen zu 100 Prozent an die Stadt, zusammen 207.000 Euro. Das ist genau die Hälfte der Gesamtsumme.

So kommt die Stadt auf ihre Pauschale: 63.500 plus 207.000 sind 270.500 Euro brutto, rund 66 Prozent aller Kosten. Auf den Bauherrn entfallen nach dieser Aufteilung 77.000 plus 63.500, also 140.500 Euro. Die Stadt trägt damit fast doppelt so viel wie der Bauherr (270.500 geteilt durch 140.500 ergibt etwa 1,9). Warum sie den Vorplatz vollständig übernimmt, erklärt die Vorlage nicht.

Die Bezirksvertretung 3 soll am 3. März 2026 darüber entscheiden.

Kritik

Ein privates Hochhausprojekt bekommt einen aufgewerteten Platz vor die Tür, und die Stadt bezahlt zwei Drittel der Rechnung. Dass der Vorplatz samt Grün vollständig aus öffentlichen Mitteln stammen soll, ist kaum zu rechtfertigen, denn den größten Nutzen haben Eigentümer und Mieter des neuen Hauses. Wer die Aufenthaltsqualität vor seinem Gebäude steigern will, sollte dafür selbst aufkommen. Die Stadt hätte sich auf ihren Anteil an der Fahrbahn beschränken und den Platz dem Bauherrn überlassen müssen.

BV3/004/2026: Umgestaltung des Vorplatzes Kaispeicher im Rahmen des Hochbauvorhabens Kaistr. 1, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 23. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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