Staatsbilanz

Stadt/Düsseldorf/Fehlender Bedarf

4,4 Millionen für Wiese mit 80.000 Plätzen

Düsseldorf zahlt 4,4 Millionen Euro für eine Konzertfläche, doch beim AC/DC-Konzert wurde nur die Hälfte der 80.000 Karten verkauft

Was ist passiert?

Auf dem Parkplatz P1, gleich neben der Merkur Spiel-Arena, soll eine Open-Air-Fläche für Großkonzerte entstehen. Die D.LIVE GmbH & Co. KG soll dafür von der Stadt einen Investitionskostenzuschuss von 4.394.601 Euro erhalten. Hinzu kommen Mittel für die Fällung von bis zu 60 Bäumen. Die Fläche liegt im Wasserschutzgebiet und muss nach den Planungen bis zu 80.000 Menschen fassen und lenken können.

Der Auftakt verlief laut Antrag der Linken im Rat holprig. Für das AC/DC-Konzert am 8. Juli 2025 seien von den benötigten 80.000 Tickets nur rund die Hälfte verkauft worden. Das Konzert zog deshalb in die Arena nebenan um, die Premiere des Open Air Parks wurde auf 2026 verschoben. Beim Ed-Sheeran-Konzert am 5. September 2025 endete die Heimreise für viele der 60.000 Gäste im Verkehrschaos. Ein neues Verkehrskonzept sei seither nicht vorgelegt worden, obwohl künftig noch deutlich mehr Menschen zu steuern wären.

Für Juni 2026 sind System of a Down, OneRepublic und Pitbull angekündigt. Die Auftritte von OneRepublic und Pitbull sind nur auf 35.000 Besucher ausgelegt, also auf weniger als die Hälfte der Kapazität, für die gebaut werden soll.

Der Zuschuss ist nur ein Teil des Bildes. D.LIVE rechnete für 2025 mit einem Verlust von 12,235 Mio. Euro. Weil die Mittel der Holding aufgezehrt seien, sollen die Verluste 2026 direkt aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden. Auf 80.000 Plätze umgelegt kostet die Fläche knapp 55 Euro je Platz (4.394.601 : 80.000). Bei einem Konzert mit 35.000 Gästen wären es rund 126 Euro je Gast.

Die Ratsfraktion Die Linke beantragte am 9. März 2026, den Zuschuss und die Mittel für die Baumfällungen zu streichen. Der Rat sollte darüber am 19. März 2026 beraten.

Kritik

Eine Fläche für 80.000 Menschen darf erst gebaut und bezuschusst werden, wenn feststeht, dass es dafür regelmäßig Publikum und eine funktionierende Anreise gibt. Die verkaufte Hälfte beim AC/DC-Konzert und zwei Auftritte, die nur für 35.000 Gäste geplant sind, sprechen eher für eine Nummer kleiner. Dass die Stadt zugleich die Verluste der D.LIVE tragen soll, macht die Investition zum doppelten Risiko für den Haushalt. Sinnvoll wäre gewesen, zuerst Nachfrage und Verkehrskonzept zu belegen und die Größe der Fläche daran auszurichten.

RAT/113/2026: Haushaltsantrag der Ratsfraktion Die Linke: Rücknahme der Investitionssumme 4.394.601 Euro für den Open Air Park sowie die damit zusammenhängenden Baumfällungen, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 12. März 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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