25,5 Millionen für Klinik, 7,9 gebraucht
Für das Klinikum Ingolstadt verlangte der Trägerverband von Stadt und Bezirk 25,5 Millionen Euro, der Verlust lag nur bei 7,87 Millionen Euro
Was ist passiert?
Das Klinikum Ingolstadt gehört zum Krankenhauszweckverband, den die Stadt und der Bezirk Oberbayern tragen. Die Stadt hält dabei den größeren Anteil, nämlich 798 von 1.073 Planbetten. Macht die Klinikum Ingolstadt GmbH Verlust, gleicht ihn der Zweckverband aus. Das nötige Geld holt er sich vorab über Betriebsumlagen von seinen Trägern.
Für 2025 setzte die Verbandsversammlung im Dezember 2024 eine Umlage von 25,5 Mio. Euro fest. Eingefordert wurden davon 14,07 Mio. Euro, nachdem eine Überzahlung aus 2024 angerechnet und die letzte Rate von 1,32 Mio. Euro ausgesetzt worden war. Die Stadt überwies 10,47 Mio. Euro, der Bezirk 3,61 Mio. Euro. Dazu leistete der Zweckverband eine Vorauszahlung von 24,18 Mio. Euro an die GmbH, um deren Liquidität zu sichern.
Der tatsächliche Verlust der GmbH lag dann bei 7,87 Mio. Euro. Der Ansatz war damit gut dreimal so hoch (25,5 Mio. geteilt durch 7,87 Mio. ergibt rund 3,2). Weil der Zweckverband 2025 selbst einen Gewinn von 1,50 Mio. Euro erzielte, bleiben als Bedarf der Träger nur 6,38 Mio. Euro. Auch dieser Rest ist bereits durch Rücklagen aus den Umlagen von 2024 gedeckt. Die Zahlungen von 2025 wurden also gar nicht gebraucht.
Nun wird abgerechnet: Von der Vorauszahlung muss die GmbH 16,31 Mio. Euro zurückgeben (24,18 Mio. minus 7,87 Mio.). Dem Bezirk werden 4,56 Mio. Euro erstattet. Der Stadt wird ihr Guthaben von 13,24 Mio. Euro auf die Umlage 2026 angerechnet. Dadurch sinkt ihr noch offener Betrag von 21,7 Mio. auf 8,46 Mio. Euro. Das Geld ist also nicht weg, es lag aber über ein Jahr beim Zweckverband, statt der Stadt zur Verfügung zu stehen. Für 2026 wird erneut eine Umlage von 21,7 Mio. Euro angesetzt, fast das Dreifache des Verlusts von 2025.
Kritik
Eine Umlage, die mehr als dreimal so hoch angesetzt wird wie der spätere Verlust, bindet Geld der Träger, das die Stadt anderweitig hätte einsetzen können. Dass die Stadt rund 10,5 Mio. Euro zahlte, die gar nicht gebraucht wurden, und zugleich eine Kreditermächtigung von 10 Mio. Euro für die Investitionsumlage nötig war, passt schlecht zusammen. Der Zweckverband sollte Vorauszahlungen am tatsächlichen Verlauf des Verlusts ausrichten und nur anfordern, was die GmbH absehbar braucht. Das gilt besonders für 2026, wo wieder 21,7 Mio. Euro angesetzt sind, obwohl der Verlust 2025 bei 7,87 Mio. Euro lag.
V0478/26: Krankenhauszweckverband Ingolstadt:, Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt, 29. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.