Krefeld: 7,7 Millionen Euro für den Zoo
Krefeld zahlt 2026 für neues Affenhaus, Robbenbecken, Heizung und Wasserreinigung im Zoo 7,7 Millionen Euro, allein 4 Millionen für die Affen
Was ist passiert?
Krefeld (NW). Im Zoo der Stadt soll ein Artenschutzzentrum mit dem Namen „Affenpark“ entstehen. Gebaut wird es von der Zoo Krefeld gGmbH, bezahlt wird es aus dem städtischen Investitionshaushalt. Der Investitionsbericht zum Stichtag 31.03.2026 nennt dafür einen Ansatz von 3.973.000 Euro für das Jahr 2026. Die Verwaltung erwartet, dass die Summe bis Jahresende vollständig abfließt. Grundlage ist ein Ratsbeschluss vom März 2023, das Geld fließt nach Baufortschritt an die gGmbH.
Der Affenpark ist allerdings nicht das einzige Zoo-Vorhaben im Zahlenwerk. Für eine neue Robben-Anlage stehen 1.650.000 Euro im Plan, für die Fernwärmeanbindung 1.210.000 Euro und für eine Wasseraufbereitungsanlage 885.000 Euro. Zusammen kommen diese drei Posten auf 3.745.000 Euro. Mit dem Affenpark sind es 7.718.000 Euro, die 2026 in den Zoo fließen sollen. Das entspricht rund 21.100 Euro pro Kalendertag (7.718.000 Euro geteilt durch 365). Bei einem Gesamtvolumen von 96,001 Mio. Euro im Investitionshaushalt ist es etwa jeder zwölfte Euro (7,718 geteilt durch 96,001 ergibt rund 8 Prozent).
Bei der Robben-Anlage ist der Zeitplan noch offen. Bislang wurden lediglich Planungsarbeiten beauftragt, eine belastbare Aussage zur Kassenwirksamkeit gibt es nicht. Die Verwaltung setzt deshalb nach dem Vorsichtsprinzip den vollen Ansatz in die Prognose und kündigt eine neue Rechnung für den nächsten Bericht an. Auch die Fernwärme ist noch nicht in Betrieb.
Was der Affenpark insgesamt kostet und wer neben der Stadt mitzahlt, geht aus der Vorlage nicht hervor. Die Stadt schreibt nur, dass die Mittel gemäß Ratsbeschluss an die Zoo-Gesellschaft auszuzahlen sind. Für Besucher klingt Artenschutz gut, für die Stadtkasse bleibt ein einzelner Jahresposten, der fast achtmal so groß ist wie der Neubau von Kinderspielplatz und Grünanlage an der Herbertzstraße (472.667 Euro).
Kritik
Knapp 4 Mio. Euro in einem Jahr für ein einzelnes Zoo-Projekt sind für eine Stadt ein Kraftakt, zumal weitere 3,7 Mio. Euro für andere Zoo-Vorhaben hinzukommen. Wer in einem Haushaltsjahr rund 21.000 Euro am Tag in den Zoo steckt, muss den Bürgern erklären, warum Wege, Spielplätze und Parkbrücken im selben Bericht um ihre Mittel konkurrieren. Vor einer solchen Zusage hätte die Stadt Gesamtkosten, Eigenanteil des Zoos und mögliche Fördermittel offenlegen und die Projekte zeitlich staffeln müssen. Der Zoo ist eine Freizeiteinrichtung, die Pflichtaufgaben der Stadt dürfen nicht dahinter zurückstehen.
1082/26 -: - Verwaltungsvorlage Bericht über die Entwicklung des Investitionshaushaltes zum 31.03.2026, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 9. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.