Basketballkorb nachts sperren kostet 17.540 Euro
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte zahlt für einen kleinen Spielplatz in der HafenCity 8,96 Euro je Quadratmeter, für den Park nebenan nur 1,66 Euro
Was ist passiert?
In der HafenCity wird das öffentliche Grün aufwendiger gepflegt als im Rest der Stadt. Für die Parks, die noch nicht übergeben sind, gab das Sondervermögen Stadt und Hafen zuletzt 7,51 Euro je Quadratmeter für die Pflege aus. Den Bezirksämtern standen aus der Rahmenzuweisung 2023 rechnerisch nur 0,38 Euro je Quadratmeter zur Verfügung. Die Gartenamtsleiterkonferenz hält für Grün- und Parkanlagen 1,20 bis 4,50 Euro je Quadratmeter für notwendig.
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte betreut in der HafenCity bislang zwei Anlagen, den Sandtorpark und den Kinderspielplatz am Vasco-da-Gama-Platz. Beim Park lagen die Aufwendungen 2025 bei rund 9.800 Euro, das sind 1,66 Euro je Quadratmeter. Beim Spielplatz waren es rund 17.540 Euro oder 8,96 Euro je Quadratmeter. Rechnerisch ist die Fläche des Spielplatzes damit nur etwa 1.960 Quadratmeter groß (17.540 geteilt durch 8,96), die des Parks etwa 5.900 Quadratmeter (9.800 geteilt durch 1,66). Der kleine Spielplatz kostete also deutlich mehr als der dreimal so große Park. Je Quadratmeter war er gut fünfmal so teuer, und er lag fast doppelt so hoch wie die Obergrenze von 4,50 Euro, die die Gartenamtsleiter ansetzen. Wasser und Strom fallen an beiden Anlagen nicht an.
Den hohen Betrag erklärt der Senat mit der „kostenintensiven täglichen nächtlichen Schließung des Basketballkorbes“. Für 2026 nennt er für den Spielplatz noch rund 10.690 Euro oder 5,46 Euro je Quadratmeter, das sind rund 6.850 Euro weniger als im Vorjahr. Auch das liegt noch über dem oberen Richtwert. Was das Schließen im Einzelnen kostet und wie es erfolgt, nennt der Senat nicht. Die Mittel für die an das Bezirksamt übergebenen Anlagen stellt die für Stadtgrün zuständige Behörde bereit.
Kritik
Wenn ein einziger Basketballkorb dafür sorgt, dass ein Spielplatz je Quadratmeter fünfmal so viel kostet wie ein Park, stimmt das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle, denn die Pflege des öffentlichen Grüns in Hamburg gilt selbst als unterfinanziert. Wer einen Korb jede Nacht aufwendig sichern lässt, sollte prüfen, ob eine dauerhafte, billigere Lösung möglich ist, etwa ein anderer Standort oder eine einfache Lösung ohne tägliche Handarbeit. Auch die gesenkten Kosten für 2026 liegen noch deutlich über dem, was die Gartenämter für eine Grünanlage für nötig halten.
Drucksache 23/5475: Schriftliche Kleine Anfrage, Bürgerschaft Hamburg, 2. Oktober 2026. Zahlen gegen das Dokument geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand des Dokuments; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.