8,8 Millionen für eine Garage mit 284 Plätzen
München will die Roboter-Garage in der Donnersbergerstraße für 8,8 Millionen Euro erneuern, obwohl die Kämmerei eine günstigere Lösung prüfen wollte
Was ist passiert?
In der Donnersbergerstraße liegt unter der Straße eine vollautomatische Anwohnergarage mit 284 Stellplätzen. Sie wurde 2006 als Pilotprojekt gebaut: Roboter bringen die Autos auf Paletten in ein Regal. Die Stellplätze sind seit 2008 durchgehend vermietet, die Wartezeit auf einen Platz beträgt zwölf Monate. Der Hersteller hatte den Betrieb 20 Jahre lang per Fullservicevertrag garantiert. Dieser lief am 18.6.2026 aus, und der Hersteller wollte ihn nicht verlängern, weil viele Ersatzteile nicht mehr lieferbar sind. Der Sanierungsbedarf wurde laut Vorlage im Dezember 2025 festgestellt.
Die Stadt setzt nun auf eine Grundsanierung mit neuen Parkpaletten, neuer Steuerung und neuer Technik, die weitere 20 Jahre halten soll. Die Kosten dürfen laut Stadtratsvorlage vom April 2026 höchstens 8,8 Mio. Euro brutto betragen, bezahlt aus Stellplatzablösemitteln. Das sind rund 31.000 Euro je Stellplatz (8,8 Mio. Euro geteilt durch 284). Nicht enthalten ist der Fullservicevertrag für die nächsten 20 Jahre. Er wurde mit 113.050 Euro brutto im Jahr angeboten, zusammen also 2,26 Mio. Euro. Rechnet man ihn dazu, sind es rund 39.000 Euro je Platz.
Auffällig ist der Risikozuschlag von 1,39 Mio. Euro brutto. Er soll laut Kalkulation rund 20 Prozent der Zwischensumme ausmachen und deckt ausdrücklich auch die bisher angefallenen Beratungskosten eines externen Beraters. Wie hoch diese sind, steht nicht in der Vorlage.
Die Stadtkämmerei stimmte der Vorlage nicht zu. Sie verwies auf die prekäre Haushaltslage und bat zu prüfen, ob eine günstigere Variante möglich sei und höhere Mieten zur Refinanzierung beitragen könnten. Das Mobilitätsreferat antwortete, ein Gutachter habe bereits die wirtschaftlichste Variante gewählt, und im Budget stecke ein Puffer. Der Antrag blieb unverändert. Als Beschluss steht auf der Vorlage „nach Antrag“. Der Bezirksausschuss konnte wegen des Zeitdrucks nicht angehört werden.
Kritik
Wer 8,8 Mio. Euro für 284 Stellplätze ausgibt, muss belegen können, dass es nicht billiger geht, besonders wenn die eigene Kämmerei genau das einfordert. Ein Risikopuffer, in dem zugleich schon angefallene Beratungskosten stecken, ist keine ehrliche Reserve, sondern verschleiert, was das Projekt wirklich kostet. Die Garage ist voll vermietet und die Wartelisten sind lang, doch gerade dann hätten höhere Mieten geprüft werden müssen, statt allein auf Mittel der Stellplatzablöse zu setzen. Bei einem Projekt dieser Größe hätte der Stadtrat nicht unter Zeitdruck entscheiden dürfen, ohne dass die Alternativen vorliegen.
Sitzungsvorlage 20-26 / V 19653: Sanierung der vollautomatischen Anwohnergarage Donnersbergerstraße 1. Genehmigung für Projekt m..., Ratsinformationssystem der Stadt München, 23. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.