Bis zu 2.000 Euro je Blumenampel
Für 20 Blumenampeln in Mecklenbeck sollen bis zu 40.000 Euro fließen, nach drei Sommern endet die bezahlte Pflege.
Was ist passiert?
Der Dingbängerweg ist so etwas wie die Hauptstraße von Mecklenbeck, einem Stadtteil im Westen Münsters. Auf dem Abschnitt zwischen Weseler Straße und Mecklenbecker Straße liegen eine Schule, die katholische St.-Anna-Kirche mit Gemeindezentrum, Geschäfte, Arztpraxen, die freiwillige Feuerwehr und mehrere Bushaltestellen. Nach Angaben der Antragsteller kommen sogar Kunden aus anderen Stadtteilen zum Einkaufen hierher. Damit sie sich dort wohler fühlen, soll der Straßenzug schöner werden.
Das Mittel der Wahl sind 20 Blumenampeln. Sechs CDU-Vertreter beantragten in der Bezirksvertretung Münster-West, die Körbe zum Frühjahr 2027 erstmals zu bepflanzen. Ein Gärtnereibetrieb soll sie auf- und abhängen, bepflanzen und regelmäßig gießen. Für Errichtung und Pflege über drei Jahre veranschlagt der Antrag 35.000 bis 40.000 Euro. Das Geld soll aus dem Sonderbudget „Ortsmitten Münster-West“ kommen, das derzeit höchstens 50.000 Euro umfasst. Lange beraten werden sollte darüber nicht: Der Antrag wurde am 6. September 2026 eingereicht und war zur sofortigen Beschlussfassung in der Sitzung drei Tage später gedacht.
Rechnet man nach, kostet jede einzelne Ampel 1.750 bis 2.000 Euro (35.000 bzw. 40.000 Euro geteilt durch 20). Auf ein Jahr umgelegt sind das bis zu rund 670 Euro pro Blumenkorb (2.000 Euro geteilt durch drei). Am oberen Ende der Schätzung binden die Ampeln 80 Prozent des Ortsmitten-Budgets. Was danach geschieht, lässt der Antrag offen. Nach drei Jahren endet die Finanzierung, und die Körbe hängen dann entweder leer oder kosten erneut Geld.
Erst ganz am Ende folgt ein dritter Punkt: Vor der Kirche und dem Stadtteilzentrum sollen Sitzbänke aufgestellt werden. Was diese kosten, steht nirgends. Ausgerechnet das einzige Element, das länger als drei Sommer hält, kommt im Antrag also nur am Rande vor.
Kritik
Bis zu 2.000 Euro pro Blumenampel für drei Sommer sind viel Geld für einen Schmuck, der mit dem letzten bezahlten Gießtermin wieder verschwindet. Wer eine Ortsmitte dauerhaft aufwerten will, sollte das dafür vorgesehene Budget zuerst in Dinge stecken, die bleiben, etwa die Bänke, die im Antrag nur eine Randnotiz sind. Eine Ausgabe dieser Größe gehört außerdem in eine ordentliche Vorberatung und nicht in einen Eilbeschluss. Nur so können Verwaltung und Bezirksvertretung prüfen, ob es einfacher und günstiger geht.
A-W/0035/2026: Blumenampeln für Mecklenbeck, Ratsinformationssystem der Stadt Münster, 9. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.