Staatsbilanz

Bund/Weitere/Fehlender Bedarf

Bahn steckt 140 Millionen in Verlustbusse

Die staatliche Bahn steckte 2024 rund 140 Millionen Euro in Regionalbusse, die seit Jahren Verlust machen und nicht zu ihrem Auftrag gehören

Was ist passiert?

Die Deutsche Bahn AG gehört zu 100 Prozent dem Bund, die Beteiligung führt das Bundesministerium für Verkehr. Ihr Auftrag aus dem Grundgesetz betrifft Schienenverkehr und Schienennetz. Unter dem Dach der Tochter DB Regio fährt der Konzern aber nicht nur Nahverkehrszüge. Er ist zugleich der größte Betreiber regionaler Busverkehre in Deutschland. Diese Sparte heißt DB Regio Straße.

Mit der Schiene hat das Busgeschäft wenig zu tun. Der Bundesrechnungshof stellte in seinem Bericht vom September 2025 fest, dass die Sparte keinen Bezug zum Gewährleistungsauftrag nach Artikel 87e Grundgesetz hat. Für den Nahverkehr vor Ort sind Länder und Kommunen zuständig, und auf dem Markt herrscht reger Wettbewerb. Hinzu kommt, dass DB Regio Straße seit Jahren Verluste schreibt.

Trotzdem investierte der Konzern 2024 rund 140 Mio. Euro in die Bussparte. Dass das Segment DB Regio dennoch schwarze Zahlen auswies, lag allein an den Zügen. Erstmals seit 2019 verdiente DB Regio Schiene genug, um das Minus der Busse auszugleichen. Unter dem Strich blieb ein operativer Gewinn von 109 Mio. Euro. Die Investition in die Busse lag damit rund 31 Mio. Euro über dem, was das gesamte Segment im selben Jahr operativ erwirtschaftete (140 Mio. minus 109 Mio. Euro).

Der Rahmen macht die Ausgabe nicht verständlicher. Der Bahnkonzern schrieb 2024 im fünften Jahr in Folge einen operativen Verlust, war mit 35 Mrd. Euro verschuldet, und im Fernverkehr kamen nur 62,5 Prozent der Züge pünktlich an. Sein Eigenkapital wuchs vor allem, weil der Bund 5,5 Mrd. Euro nachschoss. Nach dem Verkauf von Arriva und Schenker wollte sich die Bahn eigentlich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Zu diesem Kern zählen die Busse offenbar weiterhin, zumindest wenn investiert wird.

Kritik

Ein Staatskonzern, der seinen Auftrag auf der Schiene nicht erfüllt, sollte kein Geld in ein fremdes Geschäftsfeld lenken, das seit Jahren Verluste bringt. Regionale Busverkehre organisieren Länder und Kommunen, und an Anbietern im Wettbewerb fehlt es nicht. Der Bund als Eigentümer hätte darauf dringen müssen, die Investition zu unterlassen und sich von der Bussparte zu trennen. Jeder Euro, der in Verlustbusse fließt, fehlt bei pünktlichen Zügen.

Betätigung des Bundes bei der DB AG im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung im Konzernabschluss 2024, Bundesrechnungshof, 15. September 2025. Zahlen gegen das Dokument geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand des Dokuments; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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