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Bundeswehr kauft Ersatzteildrucker ohne Baupläne

Die Bundeswehr kaufte für 3,4 Mio. Euro 33 3D-Drucker, die Ersatzteile herstellen sollen, hatte aber nur für zehn Teile die Baupläne

Was ist passiert?

Die Bundeswehr bewirtschaftet über drei Millionen verschiedene Ersatzteile für Waffensysteme und Geräte, die oft Jahrzehnte im Dienst bleiben. Gerade bei älterem Gerät hakt die Versorgung häufig. Der 3D-Druck soll Abhilfe schaffen: Teile lassen sich an unterschiedlichen Orten von unterschiedlichen Dienstleistern herstellen, Lager und Transporte sollen schrumpfen. 2021 entschied das Verteidigungsministerium, die Technik einzuführen. Drucken sollte in erster Linie die Industrie, die Truppe selbst nur ausnahmsweise.

Es kam anders. In drei Jahren kaufte die Bundeswehr 33 eigene 3D-Drucker für zusammen 3,4 Mio. Euro, rund 103.000 Euro je Gerät. Was fehlte, waren die Vorlagen, denn ohne Konstruktionsdaten druckt kein Drucker. Im Juli 2024 lagen in der zentralen Datenbank die Daten für genau zehn Ersatzteile. Rechnerisch stand damit hinter jedem druckfähigen Teil eine Druckerinvestition von 340.000 Euro (3,4 Mio. Euro geteilt durch zehn). 178 weitere Datensätze lagen bereit, eingepflegt wurden sie nicht. Wie viele es insgesamt gibt, wusste die Bundeswehr nicht. Fertigungsrechte hatte sie keine erworben, und in keinem einzigen Beschaffungsvertrag kommt der 3D-Druck vor.

Die Ausbeute blieb entsprechend mager. Auf Schiffen gelang es, einzelne Teile zu drucken, statt ganze Baugruppen zu tauschen. Gemessen am täglichen Bedarf nennt der Bundesrechnungshof die Zahl der gedruckten Teile unbedeutend, die Einsatzbereitschaft sei nicht messbar gestiegen.

Im Ministerium sieht man keinen Anlass zur Kurskorrektur. Man stecke in einer Pilotphase, für eine Anfangsbefähigung brauche es nun einmal eine gewisse Zahl an Druckern, spürbare Wirkung sei erst nach 2030 zu erwarten. Als Nächstes soll auch Metall gedruckt werden. Dafür sollen bis 2028 weitere 15 Mio. Euro fließen, gut das Vierfache der bisherigen Summe, hinzu kommen 1,1 Mio. Euro Betriebskosten im Jahr. Ob sich das rechnet, will das Ministerium erst später prüfen. Zu einem Zeitpunkt also, an dem das Geld längst ausgegeben ist.

Kritik

Wer drucken will, braucht zuerst Vorlagen und Rechte, erst dann Maschinen. Die Bundeswehr hat diese Reihenfolge umgedreht und 3,4 Mio. Euro in Geräte gesteckt, die mangels Daten kaum genutzt werden können. Bevor weitere 15 Mio. Euro fließen, gehört der 3D-Druck in die Beschaffungsverträge, und die Industrie muss als Hauptlieferant eingebunden werden. Eine Pilotphase ohne messbare Ziele und ohne Erfolgskontrolle ist kein Erprobungsprojekt, sondern ein Blankoscheck.

Bundeswehr bei 3D-Druck planlos: Millioneninvestitionen bleiben ohne Wirkung, Bundesrechnungshof, 5. Mai 2025. Zahlen gegen das Dokument geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand des Dokuments; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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